DIS AG Stellenindex zum Tag der Deutschen Einheit zeigt: Weniger Jobs in Ost- als in Westdeutschland

  • - Weniger Jobs auf dem ostdeutschen Stellenmarkt
  • - Ost-West-Unterschiede im Stellenmarkt sind branchenabhängig
  • - Jobverteilung in Ost- und Westberlin ist ausgeglichener als im bundesweiten Vergleich

Düsseldorf, 2. Oktober 2017: Trotz starken Wachstums gibt es noch nicht genügend Jobs in Ostdeutschland. Von September 2016 bis August 2017 wurden rund 220.600 Jobs ausgeschrieben. Dies entspricht nur 7 Prozent des gesamten Stellenvolumens in Deutschland. Die alten Bundesländer boten mit etwa 2,7 Millionen Stellenausschreibungen die überwiegende Mehrheit der offenen Stellen an (87 Prozent). Die restlichen 6 Prozent offener Stellen (knapp 197.000 Jobs) wurden in Berlin ausgeschrieben. Das ehemals geteilte Bundesland muss gesondert betrachtet werden.

Da West- und Ostdeutschland bezüglich ihrer Größe und Einwohnerzahl sehr schwer miteinander zu vergleichen sind, setzt der Stellenindex die Anzahl ausgeschriebener Jobs ins Verhältnis zur Einwohnerzahl. Dies verdeutlicht die Ungleichheit noch mehr. So kommen auf 100 Einwohner im Westen durchschnittlich 4,6 Jobs. In Bayern etwa sind es 6,1 Jobs je 100 Einwohner, in Hamburg 11,3. Im Osten hingegen ist der Jobmarkt mit durchschnittlich 1,9 offenen Stellen pro 100 Einwohner nicht einmal halb so groß. In Sachsen-Anhalt sind es nur 1,4 Vakanzen je 100 Einwohner. Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen liegen mit 2,1 Jobs knapp über dem ostdeutschen Durchschnitt.

Der ostdeutsche Stellenmarkt wächst im hohen Tempo

Betrachtet man den Jobmarkt in den letzten zehn Jahren, wird deutlich, dass die neuen Bundesländer den größten Entwicklungssprung verzeichnen können. Nach der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 erholte sich der ostdeutsche Stellenmarkt deutlich schneller als der westdeutsche. Bereits im Jahr 2011 stieg das Angebotsvolumen in den neuen Bundesländern mit 33 Prozent doppelt so stark an wie in den alten Bundesländern. Die Bereitschaft der Unternehmen, neue Mitarbeiter einzustellen, stagnierte 2012 und 2013 in Westdeutschland erneut. In Ostdeutschland hingegen blieb der positive Trend mit etwa 28 Prozent Wachstum stabil. Im Jahr 2016 wuchs das Stellenangebot in Ostdeutschland bereits um 77 Prozent, in Westdeutschland hingegen nur um 34 Prozent.

Mehr Industrie im Westen, Gastgewerbe im Osten, Personaldienstleister gleich stark

Was Ost und West vereint, ist, dass Personaldienstleister mit je 23 Prozent des gesamten regionalen Stellenangebots die wichtigsten Inserenten auf dem Stellenmarkt sind. Trotz des Jobmangels in Ostdeutschland haben es viele Unternehmen schwer, die geeigneten Fachkräfte zu finden. Die Industrie belegt sowohl in West- als auch in Ostdeutschland den zweiten Platz und ist somit ein wichtiger Arbeitgeber. Im Westen schrieben die Industrieunternehmen mit 17 Prozent im Vergleich zu Ostdeutschland (14 Prozent) einen deutlich größeren Anteil an Jobs aus. Das Gastgewerbe spielt hingegen in den neuen Bundesländern eine viel wichtigere Rolle, fast jede zehnte offene Stelle wird in diesem Bereich ausgeschrieben.

Die Bereiche Handel (9 Prozent), IT und Kommunikation (8 Prozent) sowie die Branche der Finanz- und Versicherungsdienstleister veröffentlichen etwas mehr Stellenangebote auf dem westdeutschen Stellenmarkt. In Ostdeutschland haben wiederum die öffentliche Verwaltung und die Baubranche (jeweils 4 Prozent) einen leicht höheren Anteil an offenen Stellenausschreibungen.

Vergleicht man die Fachkräftenachfrage in den neuen und alten Bundesländern, fällt auf, dass im Westen häufiger nach IT-Fachkräften gesucht wird (10 Prozent). Auch Mitarbeiter im Bereich Steuer- und Finanzwesen sind in Westdeutschland stärker gefragt (8 Prozent). Unternehmen in Ostdeutschland haben hingegen einen höheren Bedarf an technischen sowie handwerklichen Fachkräften und Fachkräften aus der Baubranche.

Sonderfall Berlin

Der Stellenmarkt in Ost- und Westberlin entwickelt sich im Gegensatz zu Ost- und Westdeutschland eher parallel. Wie der DIS AG Stellenindex zeigt, hat Ostberlin ab 2013 lediglich einen minimalen Wachstumsvorsprung von etwa 2 Prozentpunkten, die Entwicklungskurve verläuft jedoch ähnlich wie in Westdeutschland.

Auch die Jobverteilung zwischen Ost und West ist in Berlin ausgeglichener. Von insgesamt rund 197.000 ausgeschriebenen Stellen sind 57 Prozent im ehemaligen West- und 43 Prozent in Ostberlin zu besetzen. Setzt man die Zahl der Stellenangebote ins Verhältnis zur Einwohnerzahl, überholt Ostberlin mit 6,6 Jobs auf 100 Einwohner Westberlin (5,3 Jobs).

Unterschiede zwischen Ost- und Westberlin zeigen sich eher bei der Betrachtung der Branchen. Im Osten schrieben Personaldienstleister mehr als ein Viertel aller Jobs aus, im Westen hingegen nur 12 Prozent. Auch das Gastgewerbe ist mit 18 Prozent stärker in Ostberlin vertreten. In Westberlin boten Verkehrsunternehmen deutlich mehr Jobs an, 10 Prozent stehen hier 2 Prozent in Ostberlin gegenüber. Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleister suchen in Westberlin auch häufiger nach neuem Personal als in Ostberlin.

Sämtliche Bezeichnungen richten sich an beide Geschlechter. Im Sinne einer besseren Lesbarkeit wurde ausschließlich die maskuline Form von Bezeichnungen gewählt. Dies impliziert keinesfalls eine Benachteiligung des anderen Geschlechts.

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Über die DIS AG

Die DIS AG gehört zu den größten Personaldienstleistern in Deutschland. Als Marktführer in der Überlassung und Vermittlung von Fach- und Führungskräften hat sie sich auf die Geschäftsfelder Finance, Industrie, Information Technology, Office & Management, Engineering und Outsourcing & Consulting spezialisiert. Im Geschäftsfeld Engineering werden die Dienstleistungen durch das Tochterunternehmen euro engineering AG (100%) erbracht. Rund 8.500 Mitarbeiter arbeiten in 138 Niederlassungen für die DIS AG. Zum Konzern gehören weiterhin: DIS Consulting GmbH, DIS Interim Management GmbH, Lee Hecht Harrison Deutschland GmbH, Personality IT GmbH und Badenoch & Clark.

Nach einer Umfrage des "Great Place to Work" Instituts belegt die DIS AG Platz 2 im Wettbewerb "Deutschlands Beste Arbeitgeber 2017".

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