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Stellenabbau und gleichzeitig Fachkräftemangel — wie Industrieunternehmen jetzt richtig planen

Die neue Normalität: 41 Prozent der Industrieunternehmen planen laut einer Erhebung des IW (Herbst 2025) Personalabbau und suchen gleichzeitig verzweifelt nach Fachkräften.

19. June 2026 - 13:00

Mann und Frau in einem Industriebetrieb an einer Maschine - DIS AG

Stellenabbau und Fachkräftemangel: die neue Normalität

Das ist kein Widerspruch mehr, sondern neue Normalität: 41 Prozent der Industrieunternehmen planen laut einer Erhebung des IW (Herbst 2025) Personalabbau und suchen gleichzeitig verzweifelt nach Mechatroniker:innen, CNC-Bediener:innen, Instandhaltungstechniker:innen und Schweißer:innen. Entlassen wird, wo Routineaufgaben durch Automatisierung wegfallen. Gesucht wird, wo spezialisiertes technisches Know-how für neue, komplexere Anlagen gebraucht wird.

Warum Abbau und Mangel gleichzeitig entstehen

Arbeitslosigkeit in der Produktion beseitigt keinen Fachkräftemangel in der Technik. Ohne Qualifizierung wächst die Skills-Lücke weiter. Im DIHK-Fachkräftereport 2025/2026 berichten 42 Prozent der Unternehmen aus der Metallerzeugung und -bearbeitung von Stellenbesetzungsschwierigkeiten, im Maschinenbau 38 Prozent. Das ifo-Institut beschreibt in seiner Arbeitsmarktanalyse (Mai 2026) ein ausgeprägtes Mismatch: Auf der einen Seite mehr Arbeitslose, auf der anderen ein Drittel der Betriebe, das passend qualifizierte Fachkräfte schlicht nicht findet.

Stellenbesetzungsschwierigkeiten 2025/2026

Anteil der Unternehmen, die offene Stellen nicht oder nur schwer besetzen können

 
0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 50 %
 
42 % Metallerzeugung
und -bearbeitung
38 % Maschinenbau

MISMATCH

Rund ein Drittel der Betriebe findet schlicht keine passend qualifizierten Fachkräfte.

ifo-Institut
Arbeitsmarktanalyse,
Mai 2026

Der Arbeitsmarkt-Mismatch auf einen Blick

In Mechatronik-, Energie- und Elektroberufen können laut IW regelmäßig 66 bis 80 Prozent aller offenen Stellen nicht durch passend qualifizierte Arbeitssuchende besetzt werden. In der spanenden Metallbearbeitung — also für CNC-Bediener:innen und Zerspaner:innen — fehlten zuletzt 510 rechnerisch nicht besetzbare Stellen allein in energieintensiven Branchen. Der Gesamtmarkt liegt deutlich höher.

Diese Quote ist strukturell, nicht konjunkturell: Zu wenige Fachkräfte werden ausgebildet, die Babyboomer-Rentenabgänge hinterlassen eine Lücke, die der Markt nicht füllt.

Drei Denkfehler, die Unternehmen blockieren

Erstens: Planungsunsicherheit als Ausrede. Wer nicht weiß, ob die neue Fertigungslinie in zwölf Monaten ausgelastet ist, scheut die Festeinstellung. Dabei sind die Kosten des Nichtbesetzens — Maschinenstillstände, Überstundenzuschläge, Produktionsverzögerungen — selten konsequent gegengerechnet.

Zweitens: Automatisierung löst das Problem. Die Logik: Mehr Maschinen, weniger Fachkräfte. Das Gegenteil trifft zu. Komplexere Anlagen brauchen sehr gut qualifizierte Bediener:innen.

Drittens: Abbau und Suche laufen getrennt. In vielen Unternehmen weiß die Personalabteilung, die kürzt, nicht, was die Abteilung, die sucht, gerade braucht.

marcus-haase-dis-ag

Marcus Haase, Vorstand DIS AG

„Wer glaubt, Automatisierung löst das Problem des Fachkräftemangels in der Produktion, denkt den zweiten Schritt vor dem ersten. Unternehmen, die jetzt auf qualifizierte Techniker:innen verzichten, werden diese Lücke in zwei Jahren dreifach spüren."

Was jetzt hilft

Erstens: Qualifikation vor Kopfzahl prüfen. Bevor extern gesucht wird: Gibt es interne Umschulungspfade — etwa von angelernter Montage in Richtung Instandhaltung oder CNC-Bedienung?

Zweitens: Flexibilität als Strategie einplanen. Zeitarbeit und Arbeitnehmerüberlassung sind kein Notbehelf, sondern ein erprobtes Modell für Produktionsanläufe, Vertretungen und Kapazitätsspitzen — ohne langfristige Planungsrisiken.

Drittens: Recruiting-Vorlaufzeit realistisch einschätzen. Positionen für Mechatroniker:innen oder Instandhaltungstechniker:innen bleiben im Bundesschnitt deutlich länger unbesetzt als Bürostellen. Wer erst inseriert, wenn es brennt, verliert Zeit, die der Markt nicht hergibt.

Wie die DIS AG unterstützt

Die DIS AG begleitet Industrieunternehmen in diesem Spannungsfeld — als Teil der Adecco Group mit globalem Netzwerk und lokaler Marktkenntnis:

  • Recruiting technischer Fachkräfte: Mechatroniker:innen, CNC-Bediener:innen, Instandhaltungstechniker:innen und Schweißer:innen — auch für kurzfristige oder projektbezogene Bedarfe.
  • Flexible Personalmodelle: Zeitarbeit und Arbeitnehmerüberlassung für Produktionsanläufe, Vertretungen und Kapazitätsspitzen.
  • Gehalts- und Marktberatung: Die DIS AG Gehaltsstudie Industrie 2026 liefert aktuelle Vergütungsdaten als Grundlage für wettbewerbsfähige Angebote. Jetzt Gehaltsstudie sichern.

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